Dachaufstockung „In der Liethe – 50er“

Prefabrizierte urbane Aufwertung
Die Dachaufstockung „In der Liethe – 50er“ ergänzt die Gesamtmodernisierung der Breuskesbachsiedlung „Neue Stadtgärten“ in Recklinghausen. AGH Studios entwickelte hierfür ein vorgefertigtes, typologisch präzises System, das architektonische Qualität, soziale Nachhaltigkeit und energieeffizientes Bauen im Quartier vereint.
Umgesetzt mit unserem Partner

Über das Projekt
Situation
Die Breuskesbachsiedlung in Recklinghausen war lange geprägt durch funktionale, jedoch städtebaulich zurückhaltende Riegelbebauung der 1950er Jahre. Im Zuge der übergeordneten Quartiersentwicklung „Neue Stadtgärten“ bot sich die Chance, das angrenzende Ensemble weiterzuentwickeln und architektonisch neu zu interpretieren. Ziel war es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, gleichzeitig aber die Identität des Quartiers zu stärken und die bestehende Gebäudestruktur behutsam zu transformieren. Die Aufstockung der sieben zweieinhalbgeschossigen Riegel sollte dabei sowohl gestalterisch als auch energetisch ein zukunftsfähiges Signal setzen – eingebettet in eine Umgebung mit wertvollem Baumbestand und hohem sozialen Entwicklungsbedarf.
Herausforderung
Die Aufgabe bestand darin, ein Dachaufstockungskonzept zu entwickeln, das soziale, technische und gestalterische Anforderungen gleichermaßen erfüllt. Die volumetrische Ergänzung musste sich logisch in den Kontext der „Neuen Stadtgärten“ einfügen und gleichzeitig den Charakter der Bestandsgebäude neu definieren. Komplexe Faktoren bestimmten den Planungsprozess: energieeffizientes Bauen im Bestand, serielle Vorfertigung, die Integration unterschiedlicher Grundrisstypologien sowie die Frage, wie ein modernes Quartiersbild entstehen kann, ohne historische Bezüge zu negieren.
Lösung / Rolle von AGH Studios
AGH Studios entwickelte gemeinsam mit Vivawest ein modulare Dachaufstockungssystem, das architektonische Qualität mit ökonomischer Effizienz verbindet. Die Gestaltung orientiert sich an den klassischen Pariser Mansarddächern des 18. und 19. Jahrhunderts: zinkartige Verkleidungen, harmonische Naturtöne und eine klare Fassadengliederung verleihen den Gebäuden eine neue urbane Präsenz. Diese ästhetische Referenz stärkt nicht nur die Identität des Quartiers, sondern schafft zudem ein zeitloses Erscheinungsbild, das sich selbstverständlich aus dem ersten Bauabschnitt der „Neuen Stadtgärten“ heraus entwickelt.
Die energetische Aktualisierung der gesamten Gebäudesubstanz – kombiniert mit ökologisch optimierten Außenanlagen – führte zu einer deutlichen mikroklimatischen Verbesserung und zu nachhaltigen Wohnbedingungen. Durch die serielle Vorfertigung konnten Materialeinsatz, Bauzeiten und Emissionen reduziert werden, ein wesentlicher Beitrag für nachhaltige Architektur und ressourcenschonende Quartiersentwicklung.
Das Ergebnis: 25 neue Wohneinheiten, eine signifikante visuelle und funktionale Aufwertung der Breuskesbachsiedlung und ein Quartier ohne Leerstände – im Gegenteil, mit Wartelisten. Die Transformation zeigt, wie durch architektonische Verantwortung und energieeffizientes Bauen ein ehemals stigmatisiertes Umfeld zu einem lebendigen, attraktiven Stadtbaustein werden kann.
Analyse
Planung
Konzeption





