AGH Studios

Höxterstraße Hagen

Jahr
2008
Standort
Hagen
Volumen

Identität für ein ganzes Quartier

Die Modernisierung der Wohnanlage Höxterstraße in Hagen transformierte eine 60er-Jahre-Siedlung mit Sichtbeton und dunklen Glasfassaden in ein farblich neu interpretiertes, sozial verankertes Quartier. AGH Studios entwickelte ein architektonisches Gesamtkonzept, das Identität, Aufenthaltsqualität und Nachfrage nachhaltig stärkt.

Umgesetzt mit unserem Partner

Über das Projekt

Situation

Die Wohnanlage an der Höxterstraße entstand in den 1960er Jahren als typisches Ensemble vorfabrizierter Großtafelbauweise. Sichtbeton, Eternit und eine dunkle Urprofilverglasung in den Treppenhäusern prägten ein dauerhaft herbstliches, schweres Raumgefühl. Fehlende Adressbildung, monotone Fassaden und die städtebauliche Isolation führten zu wachsendem Leerstand und einem negativen Image. Die Vision des Projekts war es, aus der anonym wirkenden Siedlungsstruktur ein lebendiges, wiedererkennbares Quartier zu entwickeln, das soziale Verantwortung, nachhaltige Architektur und gestalterische Qualität miteinander verbindet.

Herausforderung

Zentrale Herausforderung war die Wiederherstellung einer architektonischen Identität für ein Ensemble, dessen ursprüngliche Gestaltung kaum Orientierung oder Atmosphäre bot. Fehlende Zonierungen zwischen Sockel, Geschossen und Dachrand erschwerten eine klare Lesbarkeit des Baukörpers. Die Wohnumfelder litten unter Angsträumen, monofunktionalen Wegen und fehlenden Gemeinschaftsbereichen. Parallel galt es, den hohen energetischen Bedarf der Bestandsbauten zu reduzieren und eine Quartiersentwicklung umzusetzen, die sowohl ökonomisch tragfähig als auch sozial akzeptiert ist.

Ein weiterer Anspruch war die Entwicklung eines Farb- und Fassadenkonzeptes, das den Gebäuden einen zeitgemäßen Ausdruck verleiht, ohne ihre städtebauliche Einbindung zu verlieren.

Lösung / Rolle von AGH Studios

AGH Studios entwickelte einen integrierten Modernisierungsansatz, der architektonische, soziale und freiraumplanerische Ebenen miteinander verzahnt. Die Fassaden wurden anhand einer neu interpretierten Farbkomposition nach Giorgio de Chirico gestaltet – ein Kunstbezug, der der Anlage eine poetische und zugleich strukturierende Erzählung verleiht. Ein markanter Dachrand, ein klar formuliertes Sockelgeschoss sowie ein Mezzaninband mit subtiler Anspielung an die bergige Topografie Hagens – inspiriert von einem Werk Eduardo Comtens – schaffen heute ein prägnantes Erscheinungsbild und eine neue visuelle Ordnung.

Die Überarbeitung der Außenräume umfasste neue Zugänge, Spielbereiche und Aufenthaltszonen, die Sicherheit erhöhen und das soziale Miteinander stärken. Intensive Beteiligungsprozesse mit Mieterschaft, Sozialarbeitern und insbesondere Kindern sorgten für hohe Akzeptanz und prägten die neue Identität des Quartiers.

Die filmische Begleitung durch Regisseur Adolf Winkelmann dokumentierte nicht nur den Transformationsprozess, sondern machte ihn für die Bewohner erlebbar. Der Erfolg zeigte sich deutlich: Der Leerstand wurde gestoppt, das negative Image umgekehrt, und die Höxterstraße entwickelte sich zu einem lebenswerten, nachgefragten Wohnquartier, das energieeffizientes Bauen, urbane Transformation und soziale Nachhaltigkeit beispielhaft vereint.

Standort
Hagen
Dauer
Volumen
Wohneinheiten
174
Unsere Rolle

Analyse

Planung

Konzeption

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Jedes Projekt beginnt mit einem Gespräch. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie wir Ihre Ideen räumlich erlebbar machen können.