Neue Stadtgärten Recklinghausen

Design schafft neue Perspektiven
„Neue Stadtgärten“ transformiert ein stigmatisiertes 70er-Jahre-Quartier in ein einladendes, energieeffizientes und sozial stabiles Wohnumfeld. AGH Studios entwickelte dafür eine klare gestalterische Sprache, neue Orientierungsqualitäten und hochwertige Freiräume, die das Vertrauen der Bewohner nachhaltig stärken.
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Über das Projekt
Situation
Die „Neue Stadtgärten“ in Recklinghausen gehören zu den markantesten Beispielen für urbane Transformation und nachhaltige Quartiersentwicklung im Ruhrgebiet. Ausgangspunkt war ein stark belastetes Wohngebiet aus den 1970er Jahren: verwinkelte Großformen, 4–8-geschossige Zeilen- und Solitärbauten sowie ein überwucherter Außenraum, der jegliche Orientierung verhinderte.
Die Leerstandsquote lag bei rund 25 %, das Quartier galt überregional als stigmatisiert. Insbesondere die stark durchgrünten, unkontrollierbaren Innenbereiche begünstigten Drogen- und Bandenkriminalität. Die städtische Aufgabe war daher nicht weniger als eine grundlegende Neudefinition des Wohnens – sowohl räumlich als auch sozial.

Herausforderung: Sicherheit, Identität und energetische Erneuerung
Die zentrale Herausforderung bestand darin, ein gesamtgesellschaftlich belastetes Quartier energetisch zu sanieren, zugleich aber eine komplett neue Außenraumqualität und ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen.
Orientierung, Identifikation und visuelle Klarheit fehlten vollständig. Die Eingänge waren kaum ablesbar, die Fassaden monoton, die Freiräume verwahrlost. Gleichzeitig sollte die Transformation behutsam erfolgen, ohne den vorhandenen Baumbestand zu verlieren und ohne die Bewohner weiter zu destabilisieren.
Lösung: Ein ganzheitliches Gestaltungskonzept von AGH Studios
AGH Studios entwickelte ein mehrschichtiges Konzept, das Architektur, Freiraum und soziale Stabilisierung miteinander verbindet.
1. Präzise Freiraumgestaltung
Der Außenraum wurde umfassend neu strukturiert:
- über Jahrzehnte gewachsene, mehrere Meter hohe Buschschichten wurden ausgelichtet
- der wertvolle Baumbestand blieb erhalten
- ein zentraler Platz mit Wasserelementen und hoher Aufenthaltsqualität entstand
So wurde aus einem Angstraum ein offener, gemeinschaftlicher Mittelpunkt für die 368 Wohneinheiten.
2. Fassadenkonzept mit farblicher Orientierung
Die Fassaden wurden im Sinne eines zeitgemäßen, energieeffizienten Bauens saniert und erhalten klare Gliederungen: Sockelbereiche, Gesimsbänder, horizontale Teilungen sowie ein prägnanter Dachrand, der dem Quartier einen wiedererkennbaren architektonischen Abschluss gibt.
Die Farblogik stärkt die Orientierung:
- Außenfassaden in Grüntönen als Bezug zur Namensgebung „Neue Stadtgärten“
- Innenbereiche in warmen, einladenden Komplementärfarben
3. Starke Eingangsgesten
Unlesbare Bestandszugänge wurden durch markante Vorbauten ersetzt.Die neue Materialität – bronzefarbene Metallpaneele – erzeugt Wertigkeit und sorgt für klare Wegebeziehungen und sichtbare Adressen. Die schnelle Lesbarkeit des Quartiers wurde zur wichtigsten Grundlage einer neuen sozialen Stabilität.
Ergebnis: Ein akzeptiertes Wohnquartier mit Zukunft
Durch die kombinierte architektonische, landschaftsplanerische und soziale Transformation konnten die Leerstände vollständig beseitigt werden. Das Quartier ist heute wieder marktgängig, nachbarschaftlich stabil und gilt als eines der etablierten Wohngebiete Recklinghausens.
AGH Studios zeigt mit diesem Projekt, wie nachhaltige Architektur, sensible Freiraumplanung und klare gestalterische Haltung gesellschaftliche Wirkung entfalten können.
Analyse
Planung
Konzeption



















