Street Art Mantra Dortmund Overbeck

Kuratierte Kunst für lebendige Quartiere
Ein Mock-up von AGH Studios, das zeigt, wie gezielte Streetart die emotionale Bindung an urbane Räume stärkt und als strategisches Werkzeug moderner Quartiersentwicklung wirken kann.
Umgesetzt mit unserem Partner

Über das Projekt
Situation
Das Projekt Street Art Mantra DO Overbeck entstand als Mock-up an der Fassade des AGH Studios in Dortmund. Ziel war es, eine zentrale Frage der zeitgenössischen Stadtentwicklung zu untersuchen: Wie können wir urbane Quartiere so gestalten, dass sie von Bewohnern nicht nur genutzt, sondern emotional angenommen werden? In vielen Stadtgebieten – insbesondere jenen, die stark von serieller Architektur des späten 20. Jahrhunderts geprägt sind – fehlt es an visuellen Identifikationspunkten. AGH Studios stellte sich daher der Aufgabe, künstlerische Interventionen als integralen Bestandteil einer zukunftsgerichteten, nachhaltigen Quartiersentwicklung zu erproben.
Der Ansatz: kuratierte Streetart als verbindendes, identitätsstiftendes Element. Das Mock-up diente als ästhetische und strategische Studie für das spätere Großprojekt Bergmannsgrün, bei dem die Beziehung zwischen Lebensraum, Natur und Architektur neu interpretiert werden sollte.
Herausforderung
Die Herausforderung bestand darin, ein künstlerisches Konzept zu entwickeln, das nicht nur dekorativ wirkt, sondern eine tiefere emotionale Resonanz erzeugt. Streetart wird in vielen Stadtentwicklungsprozessen noch immer als spontanes, unkontrolliertes Ausdrucksmittel betrachtet. AGH Studios wollte dagegen zeigen, dass kuratierte, konzeptstarke Wandkunst ein wirksames Werkzeug sein kann, um Architekturen aufzuwerten, soziale Identifikation zu fördern und urbane Räume atmosphärisch zu transformieren.
Die Frage lautete: Wie lässt sich ein Wandgemälde so gestalten, dass es sowohl den Ort als auch die Menschen adressiert – und gleichzeitig als Leitmotiv für größere Quartiere fungiert? Zudem sollte das Mock-up demonstrieren, wie Kunst Teil einer ganzheitlichen Planungsstrategie wird, die Energieeffizienz, Aufenthaltsqualität und soziale Nachhaltigkeit gleichermaßen im Blick hat.
Lösung / Rolle von AGH Studios
Für das Mock-up wurde der französische Künstler Jouri Cansell (Mantra Rey) ausgewählt. Seine künstlerische Philosophie, Schmetterlinge des lokalen Habitats in detailreicher, fast musealer Vergrößerung darzustellen, passte exakt zur Vision von AGH Studios: Architektur und Natur als zusammenhängende Erzählung sichtbar zu machen.
Die Darstellung der regionalen Falter in einem überdimensionierten „Passepartout“ erzeugte eine starke visuelle Wirkung – zugleich poetisch, zugleich präzise. Die schimmernden Farben, die Anmutung eines wissenschaftlichen Präparats und die liebevolle Herausarbeitung der Artenvielfalt führten dazu, dass die Fassade des Bürogebäudes plötzlich neue Bedeutung, Präsenz und emotionale Tiefe gewann.
AGH Studios zeigte damit exemplarisch, wie kuratierte Streetart als Instrument der Quartiersentwicklung eingesetzt werden kann. Das Mock-up wurde zum Beweis dafür, dass künstlerische Identifikationspunkte wesentlich dazu beitragen können, urbane Räume positiv lesbar zu machen – eine bewusste Antwort auf die oftmals nüchterne, industrielle Wohnbauarchitektur früherer Jahrzehnte.
Aus dieser gestalterischen und emotionalen Strategie entwickelte sich ein fest verankerter Baustein der AGH-Planungsphilosophie: Kunst als urbaner Katalysator, der ästhetische Qualität, soziale Verbundenheit und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verknüpft.
Analyse
Planung
Konzeption



