Domicil Dortmund

Design als Bühne für Jazzkultur
AGH Studios transformiert ein verborgenes Kinojuwel in einen modernen Jazzclub und schafft einen atmosphärisch dichten Ort für Kultur, Identität und städtische Gemeinschaft.
Umgesetzt mit unserem Partner

Über das Projekt
Situation
Das Domicil wurde an AGH Studios herangetragen als gefördertes Kulturprojekt, das beispielhaft für Vereine im Kunst- und Musikbereich stehen sollte. Der renommierte Jazzclub – laut Downbeat Magazine einer der 99 besten weltweit – stand vor einem räumlichen und funktionalen Neustart. Die bisherigen 99 Plätze im Standort der Dortmunder Nordstadt ermöglichten keinen wirtschaftlichen Weiterbetrieb.
Mit dem Umzug in ein 50er/60er-Jahre-Gebäude in der Dortmunder Hansastraße bot sich die Chance für eine städtebauliche und architektonische Neuinterpretation: Im Basement eines ehemaligen Kinos verbargen sich außergewöhnliche räumliche Qualitäten, darunter schwarze Glasfliesen, ein elfenbeinfarbener Boden und ein imposantes, fast barockes Treppenhaus. Diese Substanz bildete die Grundlage für ein identitätsstiftendes Raumkonzept, das Kulturgeschichte mit nachhaltiger Architektur vereint.
Herausforderung
Die Fördermechanik verlangte vom Verein eine hohe Zahl an Eigenleistungen – ein entscheidender Faktor für Budget, Zeitrahmen und Technik. Zudem musste eine in Teilen begonnene, jedoch gestalterisch unzureichende Vorplanung abgelöst und neu strukturiert werden.
Die zentrale planerische Herausforderung bestand darin, mehr Kapazität, besseren Komfort und eine prägnante identitätsstarke Atmosphäre zu schaffen – ohne die räumliche DNA des Bestands zu verlieren. Gleichzeitig sollte die architektonische Gestaltung die kulturelle Bedeutung des Domicil unterstreichen und eine visuelle Sprache finden, die sowohl Jazzhistorie als auch urbane Transformation reflektiert.
Lösung / Rolle von AGH Studios
AGH Studios entwickelte ein Konzept, das die verborgenen Potenziale des ehemaligen Kinos freilegte und gestalterisch neu auflud. Nach dem Prinzip „Grey-to-Gold“ wurde die graue Energie der Bausubstanz erhalten und ihr ästhetisches Potenzial vergoldet: historische Materialien, Originalflächen und Raumvolumen wurden bewusst herausgearbeitet, respektiert und atmosphärisch weiterentwickelt.
Inspirationsquelle bildeten die ikonischen Fotografien von Jazzfotograf William Claxton, dessen Bildwelten legendäre US-Ostküstenclubs dokumentieren. Diese cineastische Stimmung fand ihren architektonischen Ausdruck im Entree – einem linearen, filmisch wirkenden Raum, dessen Materialität, Farbcode und Lichtführung den Mythos des Jazzclubs neu interpretieren.
Der große Aufführungssaal im ersten Obergeschoss wurde gemeinsam mit alliierten Architekten funktional und nüchtern gehalten, um technische Präzision und maximale Flexibilität zu ermöglichen. Durch die Neuorganisation konnten 200 Gäste untergebracht werden – ein zentraler Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft des Clubs. Ergänzt wurde der Saal durch eine Bar und einen kleineren Clubbereich für intime Konzertformate.
So wurde das Domicil zu einer kulturellen Ikone im Stadtbild Dortmunds – einem räumlichen Narrativ mit hoher Erlebnisqualität, das historische Substanz, musikalische Identität und zeitgenössische Gestaltung miteinander verbindet.
Analyse
Planung
Konzeption










